Anerkennung von Originaldateien als Beweismaterial

Es wurde schon oft darauf hingewiesen, dass es teilweise sehr schwer ist, Plagiate nachzuweisen, wenn die Geschichten auf den Plattformen gelöscht worden sind.
Nachweisen auch in der Form, dass die Autorin/der Autor, die/der plagiiert worden ist, nachweisen muss, dass der Text tatsächlich von ihr/ihm stammt. So manche(r) wird sich denken: Ich hab ja die Originaldatei.

Ich möchte an dieser Stelle nochmal darauf hinweisen, dass in vielen Fällen, vor allem wenn von Seiten der Ermittlungsbehörden Zweifel bestehen, die Originaldatei von der Festplatte nicht als Beweismaterial anerkannt wird.

Warum? Wenn man am Computer das Systemdatum ändert, z.B. heute um zwei Jahre zurückdatiert, und dann die Worddatei nochmal speichert, dann hat diese ein Datum aus August 2012. Vielen wird das wahrscheinlich nicht bewusst sein, aber die Ermittler wissen das. Man kann so also nicht beweisen, dass die Originaldatei älter ist als die des Diebs – im schlimmsten Fall wendet der Dieb  genau diesen Trick an, um vorzugaukeln, dass seine Datei schon sehr alt ist. Und in genau dem Fall ist man als rechtmäßiger Autor dann ganz bestimmt froh, dass die Ermittler genauer hinschauen.
Also auf CD brennen? Im Grunde genommen das gleiche Spiel. Auf die CD kann man allerdings z.B. eine E-Mail mitbrennen, siehe unten.

Was also tun, um einen eindeutigen Nachweis zu haben?
Zuallererst: Die Dateien auf den Plattformen nicht löschen. Dort setzt der Server das Datum. Das gilt als eindeutiger Nachweis.
Parallel dazu die einfachste Methode: Sendet Euch die Datei selbst in einer Mail zu, und zwar über einen öffentlichen Massenanbieter wie T-Online, Google, Web.de, GMX usw.
Denn das Datum der Mail wird vom Mailserver gesetzt, das lässt sich nicht so einfach manipulieren. Noch besser: sendet diese Mail zusätzlich in Kopie an jemandem, dem ihr wirklich vertraut.
Und warum über einen öffentlichen Anbieter? Ganz einfach: Wer einen eigenen Webserver betreibt, verwendet auch meistens das servereigene Mail-System, und dort kann man das Systemdatum genauso leicht manipulieren wie am heimischen Rechner.

Noch eine sehr gute Alternative zur Email: Die Dateien in einer Cloud speichern, dort wird dann auch das Datum automatisch vom Server gesetzt. Möglichkeiten gibt es viele, aber sucht Euch einen seriösen Anbieter, von dem man dann auch annehmen kann, dass er dauerhaft im Netz sein wird. Bitte beachtet hierzu auch den Artikel Sicherheit einer Cloud.

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