Eine verdammte Wette

Meine Kurzgeschichte Eine verdammte Wette ist in der Sommer-Anthologie des MAIN Verlags enthalten. Wir haben mit Summerline eine bunte Mischung aus Gay-Geschichten für euch geschrieben.

Summerline  ist am 03.07.2015 erschienen und sowohl als eBook wie auch als Print erhältlich:

Klappentext:
Sommer! Die AutorInnen des MAIN Verlags haben sich zusammengetan und fast die Finger wund geschrieben. So präsentieren wir heute eine bunte Sammlung für unterhaltsame Lesestunden – das Sommer-Gemeinschaftsprojekt 2015 des MAIN Verlags.

Freuen Sie sich auf eine breite Auswahl an nagelneuen Erzählungen und Sidestories zu bereits bekannten Büchern unserer Autorinnen und Autoren.

Entdecken Sie den Sommer neu mit Liam Parker, Juli D. Finn, Sam Nolan, Neela Faye, Eve Flavian, Kathi Seefeld, Chris McKay, Alegra Cassano, Cardon Wartain, Neschka Angel, Elana Rain, Damon Turner, Juan Santiago und Sonne Avantara.

 

Diese Geschichte steht nicht im Mitgliederbereich zur Verfügung, unten findet ihr aber selbstverständlich eine Leseprobe.


Inhalt:
Der Student Chris verdient mit dem Schreiben von GayStories seinen Lebensunterhalt. Reich wird er damit nicht, er kommt gerade so über die Runden. Das stellt ihn vor ein Problem, als er für sein neues Buch ein Cover benötigt, denn Geld kann er dafür nicht bezahlen. Statt dessen bietet er als Gegenleistung Prints seiner Bücher an, und zusätzlich einen gemeinsamen Urlaub in einem Strandhaus in Dänemark. Dummerweise scheint bei dem verregneten Wetter daran niemand Interesse zu haben.
Dann meldet sich ausgerechnet der Mann für den Job, in den Chris seit der ersten Begegnung verschossen ist. Doch Jason hat einen festen Freund, und Chris will deshalb lieber die Distanz wahren. Auf die Hilfe von Jason kann er nicht verzichten, also lässt er sich auf den Deal ein. Liebeskummer ist da scheinbar vorprogrammiert …


Kurze Leseprobe gefällig?

Mit einem Seufzen starrte Chris auf das Handy, als es läutete und ihn bei seiner Arbeit unterbrach. Er kannte die Nummer nicht, also vielleicht wieder jemand, der wegen des Handzettels anrief? Es hatten sich etliche Studenten gemeldet und genauso rasch wieder verabschiedet, sobald sie herausfanden, dass es tatsächlich keine Kohle für den Job gab. Obwohl das deutlich sichtbar auf dem Aufruf stand, mit dem Chris jemanden suchte, der ihn bei der Arbeit unterstütze. Konnten die alle nicht lesen?
Ohne große Erwartungen nahm er das Gespräch an. Bei der tiefen Stimme am anderen Ende bildete sich sofort eine angenehme Gänsehaut. »Hi, hier ist Jason Hartmann. Ich rufe wegen der Zettel an, die du überall verteilt hast. Der Grafiker-Job.« Ja, Chris wusste sofort, wer da in der Leitung war. Diese Stimme hätte er unter Hunderten wiedererkannt. Jason war zu Beginn des letzten Wintersemesters an der Uni aufgetaucht.
Niemand wusste, wieso er nach dem vierten Semester Berlin verlassen hatte und nun in Hamburg studierte. Am Fach konnte es kaum liegen, denn daran hatte sich bei ihm nichts geändert. Es waren nicht einmal Gerüchte über den Wechsel im Umlauf, nur welche über Jasons sexuelle Orientierung, denen er aber schnell mit Tatsachen ein Ende gemacht hatte. Nur zwei Wochen nach Beginn des Semesters hatte er seinen Freund vor aller Augen im Auto geküsst, als der ihn mitten im größten Morgentrubel bei der Uni abgesetzt hatte. Jason war definitiv schwul und hatte, sehr zu Chris’ Leidwesen, einen festen Freund, mit dem er sogar zusammenwohnte.
Grund genug für Chris, den hübschen Jason mit einer ziemlich ruppigen Art verbal auf Abstand zu halten. Das half nur leider nicht gegen die Gefühle, die er für den Kerl entwickelt hatte, und die immer tiefer geworden waren. Jetzt saß Chris mit wild schlagendem Herzen da und wusste nicht, was er sagen sollte. Alles, was schließlich herauskam, war: »Es gibt keine Kohle dafür.«
Einen Moment lang herrschte Schweigen und Chris rechnete fest damit, dass Jason jetzt einfach auflegte. Aber stattdessen vernahm er etwas, das sich wie ein Schnauben anhörte, und dann: »Stell dir vor, ich kann lesen, und das steht deutlich genug auf deinem Aufruf. Offenbar brauchst du keine Hilfe mehr, oder?«
Doch, und wie er die brauchte. »Entschuldige, ich … Tut mir leid. Es ist nur … Alle, die sich bisher gemeldet haben, dachten, dass es doch was gibt.«
Wieder dieser seltsame Laut. »Im Gegensatz zu einigen anderen kann ich lesen und das Gelesene auch richtig einordnen. Also brauchst du noch Unterstützung oder nicht?«
Am liebsten hätte Chris abgelehnt, aber das konnte er sich nicht leisten. »Ja, ich brauche Unterstützung.«
Wieder ein kurzes Schweigen, dann ein Seufzen. »Wo und wann können wir uns treffen, um alles zu besprechen?«
Chris schluckte. »Wann immer du Zeit hast? Hier bei mir? Dann kann ich dir gleich zeigen, worum es genau geht.«
»Okay, gib mir die Adresse, ich bin dann gleich da.«
Keine zwei Minuten später hatten sie sich verabschiedet und Panik ergriff Chris. Jason war unterwegs zu ihm! Shit, er hätte ihn nicht hierher einladen sollen! Völlig neben sich schaute er sich hektisch um. Okay, es war einigermaßen sauber und aufgeräumt.
Was hatte er zu trinken da? Nur Wasser, Cola und Orangensaft. Kaffee und Tee auch noch. Jason trank gerne Kaffee. Also sollte er vorsichtshalber wohl welchen kochen. Die Maschine war noch nicht ganz durchgelaufen, als das schrille Läuten der Türklingel Chris zusammenzucken ließ. Er atmete tief durch und öffnete dann seinem Gast die Tür.

Den Rest der Geschichte könnt ihr in unserem Buch lesen … und dazu auch noch die tollen Geschichten meiner KollegInnen.

 

2 Kommentare

  1. Gerade in den verschwenderisch pointenreichen Szenen mit den oft uberforderten Stars aus dem weiten Popkulturuniversum profitiert der Film von der Mitwirkung Chris McKays, der zahlreiche Folgen der Stop-Motion-Satire „Robot Chicken“ inszenierte. Die putzigen bis pampigen Superhelden bieten aber mehr als nur Wortwitz und einen reizvollen Wiedererkennungs- und Verfremdungseffekt.

  2. Super lieben Dank für die tollen Geschichten. Ich liebe Deine Bücher.
    Lg Ute

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *