Sieben verflixte Jahre

Für den Sommerband der Homo Schmuddel Nudeln habe ich meinen Beitrag am 19.04.2015 an die Verlegerin eingereicht. Nur einen Tag später hatte ich bereits die Nachricht im Postfach, dass die Geschichte genommen wird, was mich natürlich sehr freut. So hat also eine weitere Geschichte von mir ihren Weg in eine Anthologie der HSN gefunden.

Diese Bücher sind Spendenprojekte. Alle daran Beteiligten, die Lektoren, der Coverdesigner, die Verleger und natürlich auch wir Autoren, verzichten auf das Honorar, jeder Cent des Erlöses fließt in ein Spendenprojekt. Wer das Buch kauft, hat also nicht nur Lesevergnügen, sondern tut auch noch etwas Gutes. Daher meine Bitte an euch: Kauft das Buch.

Da ist es nun, erschienen am 01.05.2015:

HSN-SommerbandIhr wollt etwas Gutes tun und Euch gleich selbst dafür belohnen?

Dann holt Euch unseren großen Urlaubssammelband!

21 heiße Sommerstories, die sich um schwule Liebe drehen. Alle sind HappyEnd-lastig und, genauso wie wir Autoren, überaus verschieden.

Der gesamte Erlös wandert komplett ins Klingelbeutelchen für den Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz Berlin, die ihr Leben dafür verwenden, aufzuklären, Menschen, die von HIV und Aids betroffen sind zu helfen, Gewaltopfer zu unterstützen, kostenlos Safer-Sex-Material zu verteilen, und, und, und…

 

Registrierte Nutzer meiner Homepage können meinen Beitrag seit dem 30.05.2015 im geschützten Mitgliederbereich kostenlos lesen. Auf Bookrix und FanFiktion wurde die Kurzgeschichte am 29.06.2015 veröffentlicht. Meine Story heißt Sieben verflixte Jahre  und hat rund 10000 Wörter.


Sieben verflixte JahreInhalt:
Daniel ist im Berufsleben erfolgreich, privat läuft es nicht so gut. Einige Tage vor der Hochzeit erwischt er seinen Freund Holger mit einem anderen Kerl im Bett. Die Hochzeit wird abgesagt, auf die geplante Reise in die Karibik will Daniel dennoch nicht verzichten. Damit er nicht allein fahren muss, lädt er seinen besten Freund Markus ein, ihn zu begleiten.
Seit mehr als 30 Jahren sind die beiden befreundet, aber schon bei der Ankunft am Urlaubsziel zeigt sich, dass auch in dieser Freundschaft so einiges im Argen zu liegen scheint. Am Ende dieses Tages sieht es so aus, als ob Daniel auch noch seinen besten Freund verliert.


Kurze Leseprobe gefällig? Ja, ein wenig Drama, aber meine Story hat natürlich ein Happyend :-)

Ich funktioniere, aber mehr auch nicht. Eisern reiße ich mich zusammen, etwas anderes bleibt mir nicht übrig. Wenn ich diese Kontrolle auch nur ein wenig lockere, breche ich auseinander, das weiß ich. Ich schaffe es sogar, mich zu beherrschen, bis ich in meinem Hotelzimmer bin. Es ist nichts Besonderes, aber sauber. Meine Finger zittern, als ich die Nummer der Fluggesellschaft wähle, doch ich lege auf, noch bevor das Freizeichen ertönt.

Meine mühsam aufrechterhaltene Kontrolle geht gerade flöten. Nicht nur meine Hände zittern, mein ganzer Körper tut es. Haltlos strömen Tränen über mein Gesicht, während scheinbar alles über mir zusammenbricht. Zusammengerollt liege ich auf dem Bett und heule mich erst einmal aus. Die ganze Zeit sehe ich Daniels Gesicht vor mir, das nass von Tränen ist.

Scheiße, was mache ich hier eigentlich? Bin ich total bescheuert? Okay, ich habe jedes Recht, wütend auf ihn zu sein, aber ich habe ihm mit meinem Abgang und der Erklärung, unsere Freundschaft sei zu Ende, sehr weh getan. Das ist doch eigentlich das Letzte, was ich will! Ohne nachzudenken habe ich blindlings um mich geschlagen und dabei den Menschen tief verletzt, der mir am Wichtigsten ist. Daniel.

Wie ein Mantra habe ich nur seinen Namen und sein Gesicht im Kopf. Daniel, Daniel, Daniel. Ich bin ein solcher Idiot! Nichts war zu Ende, bis ich unserer Freundschaft vorhin den Todesstoß versetzt habe. Oder gibt es noch eine Chance? Wird er mir verzeihen? Das werde ich ganz sicher nicht herausfinden, wenn ich hier in diesem Hotel hocke und er auf seinem Schiff. Die Angst, dass er den Hafen inzwischen verlassen haben könnte, ist riesig. Keine Ahnung, wie ich ihn in diesem Fall finden soll. Vielleicht muss ich nun drei Wochen warten, bis ich versuchen kann, alles wieder hinzubiegen, und bis dahin könnte es zu spät sein.

Den Koffer lasse ich im Zimmer, im Rucksack ist das Nötigste, was ich brauche, falls Daniel mich auf dem Schiff bleiben lässt. Immer vorausgesetzt, dass er überhaupt noch da ist. Zum Glück stehen in der Nähe des Hotels Taxen. Mir kann es gar nicht schnell genug gehen, aber der Fahrer lässt sich Zeit. Endlich am Hafen angekommen, hetze ich zu dem Steg. Die Angst liegt wie ein eisiger Klumpen in meinem Magen, als ich den Steg hinunterrenne, ohne mich um die verwunderten Blicke zu kümmern, die mich von anderen Booten aus verfolgen.

Ich könnte vor Erleichterung heulen, als ich das Boot entdecke. Er ist noch da, das erste Hindernis ist aus dem Weg geräumt. Meine Schritte werden langsamer und einen Moment zögere ich, das Schiff zu betreten. Wie eine Mauer türmen sich meine Worte auf. Dieses Hindernis wird nicht so leicht aus dem Weg zu räumen sein, das ist mir klar. Aber versuchen muss ich es.

Die breite Glasschiebetür steht einladend offen, und ich trete zögernd ein, in der Erwartung, Daniel im Wohnraum vorzufinden. Aber er ist nicht da. Wie leichtsinnig ist das denn? Kopfschüttelnd schließe ich die Tür und lausche. Ich sollte nach ihm rufen, aber irgendwie … Vielleicht sollte ich mich einfach unten in der Kabine verkriechen, bis Daniel abgelegt hat. Er wird mich wohl kaum draußen auf dem Meer von Bord werfen. Jedenfalls sollte ich den Rucksack loswerden, also gehe ich leise nach unten und öffne die Kabinentür.

Die Welt scheint stehenzubleiben, als ich Daniel auf dem Bett entdecke, eng zusammengerollt. Ganz leise trete ich näher. Er schläft, aber es ist kein ruhiger Schlaf. Sein Gesicht ist fleckig, und trotz der geschlossenen Lider sieht man die Rötung seiner Augen. Daniel muss heftig und lange geweint haben. Meine Schuld und das Herz tut mir weh. Ob er mir verzeihen kann?

Was, wenn nicht? Scheiße, was habe ich da nur angerichtet? Ich habe keine Ahnung, was ich nun tun soll. Ihn wecken? Vielleicht sollte ich ihn schlafen lassen, er hat es offenbar nötig. Ich fühle mich auch völlig fertig. Ich werde einfach warten, bis er wach ist. Falls er mich wegschickt, habe ich dann wenigstens noch etwas Zeit mit ihm gehabt.

Alles andere könnt ihr in unserem Buch lesen … oder (kostenlose Registrierung vorausgesetzt) im Mitgliederbereich, sowie nun auch auf meinen Accounts bei BookRix und FanFiktion.

 

Ein Kommentar

  1. Drei Jahre nach «The LEGO Movie» erhдlt der heimliche Star des gefeierten Animationsfilms sein wohlverdientes Solo-Abenteuer. Kinos brachte, fьrchteten sich zunдchst noch alle vor einem eineinhalbstьndigen Werbeclip fьr den Klцtzchen-Konzern.

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